Lothar J. Ratschke
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Jubiläumslehrgang am 15./16.06.2013 mit Meister Lothar J. Ratschke in Neukirchen b.S.R.
Neukirchen (iau). Bereits zum fünften Mal konnte der Karateverein Shotokan Dojo Neukirchen e.V. Meister Lothar J. Ratschke für einen Lehrgang in Neukirchen gewinnen. Trotz des ersten sommerlich heißen Wochenendes nach einer langen, kühlen Regenperiode folgten über siebzig Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet und der Schweiz der Einladung.

Das eingespielte Team um Gerhard Kerscher hatte wieder einmal für hervorragende Randbedingungen gesorgt. Die Lehrgangsteilnehmer fanden alles, ob Kaffee oder Kuchen, Wurstbrötchen oder Kaltgetränke, eine zügige Anmeldung und eine herzliche, private Aufnahme für Übernachtungsgäste bei ortsansässigen Karatekas.

Pünktlich um 10:00 Uhr begrüßte Gerhard Kerscher Sensei Lothar Ratschke, der an zwei Tagen in sieben Trainingseinheiten ursprüngliche Formen des traditionellen Karate und viel von seinem breit gefächerten, theoretischen Wissen vermittelte. Dabei legte er einen Schwerpunkt auf die Besonderheiten im Okinawan Kempo. So wurden Anwendungsformen für die Heian-Kata 1+3 exakt nach dem Gonosen Prinzip geübt, die Bassai Dai Omote gezeigt und andere höhere Katas wie Enpi für unsere Dan-Anwärter und die Goju shi ho dai gelehrt, jeweils natürlich mit dem entsprechendem Bunkai. Hier lag das Hauptaugenmerk auf einer sehr effektiven und kraftvollen Anwendung im Sinne der realen Selbstverteidigung. Meister Ratschke zerlegte komplexe Techniken in leicht nachvollziehbare Schritte und erklärte deren Anwendung, die die Teilnehmer sofort am Partner einübten. Dabei hob er besonders auch gesundheitsorientierte und biomechanische Gesichtspunkte hervor.

Bei den Unterstufen-Einheiten legte Sensei Ratschke viel Wert auf die exakte Ausführung der Grundschule, der Wendungen, auf Techniktraining und ungewohnte Kombinationen. In den Kata Heian Shodan und Heian Nidan wurde das vorherig Gelernte zusammengefügt und gefestigt. Dabei wies er besonders die anwesenden Fortgeschrittenen immer wieder auf das Lehrgerüst des Shotokan Karates hin: die Heian Kata bereiten in ihren Bewegungsabläufen und Techniken die großen Kata vor. Daher sollte man immer wieder zu den Grundkata zurückkehren und in der Technik verfeinern.

Wie schon in den letzten Jahren nahmen überproportional viele Schwarz- und Braungurtträger an allen Trainingseinheiten teil. Obwohl sie schon viel Erfahrung und gute Grundtechniken besitzen, konnte Sensei Ratschke Ihnen immer wieder neue Aspekte aufzeigen und so Anregungen für Ihr eigenes Training mit auf den Weg geben. Es war faszinierend zu sehen, mit welch ausgefeiltem Können und mit welcher Dynamik und Präzision der Meister die Techniken demonstrierte und anschaulich erklärte. In den Einheiten für die Schwarzgurte ermunterte er zur technischen Variabilität und zur individuellen Kreativität der einzelnen Meister, weg von den starren Vorgaben im Schülerbereich. Karate ist so individuell wie jeder einzelne. So sollte z.B. jeder ein Stück weit seine eigene Bunkai für eine Kata finden und so flexibel sein, sie individuell an den jeweiligen Partner anzupassen.

Nicht nur beim abendlichen Zusammensein in der örtlichen Pizzeria wurde deutlich, dass Meister Ratschke auch außerhalb der Halle die Grundsätze vorlebt, die er im Training vermittelt: die Beharrlichkeit, das ganze Leben an sich und seiner Persönlichkeit zu arbeiten, anderen gegenüber stets höflich und respektvoll zu sein, seinen eingeschlagenen Weg zu verteidigen und sich auch in prekären Situationen im Griff zu haben. Diese Regeln übertrug Ratschke anschaulich auf Schule und Arbeitswelt. Seine Aufforderung: Jeder Karateka sollte Vorbild sein und nach diesen Dojokun leben.

In den letzten beiden Einheiten am Sonntag hieß es für vier Prüflinge noch einmal alle Kräfte sammeln. G. Kerscher, der Dojo-Leiter von Neukirchen, nahm Franz Ebnet die Prüfung zum 6.Kyu und Jana Schneider zum 7.Kyu ab, Lothar J. Ratschke prüfte aus dem heimischen Dojo Tobias Kerscher und Oliver Mayer aus Schwandorf zum 2. Kyu. Erleichtert nahmen die Prüflinge zum Schluss alle ihre Urkunden mit den besten Glückwünschen für Ihren weiteren Karateweg entgegen.

Am Ende des Lehrgangs bedankte sich Gerhard Kerscher bei Lothar J. Ratschke aufs Herzlichste für die lehrreichen Stunden sowohl in der Halle als auch bei persönlichen Gesprächen mit einem kleinen Geschenk. Er lobte die sehr entspannte und herzliche Atmosphäre unter den Teilnehmern und die tolle Organisation im Vorfeld und während des Lehrgangs. Lothar Ratschke schloss sich seinem Vorredner an und wies noch einmal darauf hin, dass Neukirchen als Stützpunkt für Okinawan Kempo e.V. in Bayern fungiert. Okinawan Kempo ist der Name einer engagierten Gruppierung von Budokas, welche innerhalb des Deutschen Karate Verbandes verstärkt die alten Kampfkünste Okinawas bzw. deren chinesischen Ursprünge sowie die Kampfkunst in der Tradition von Seiko Shihan Prof. Taiji Kase pflegen.

Dies geschieht über das tiefere Studium der Kata in ihren heutigen und früheren Formen, sowie den verschiedenen Stufen des Bunkai (Genki - Omote – Okuden). Dabei stellt traditionelles, klassisches Budo nicht den Wettkampferfolg in den Mittelpunkt, sondern den gesamten Menschen. Die Gruppe ist für alle Inhalte offen, welche dem "Weg zum Ziel" dienlich sind: Kobudo / Tai Chi / Qi Gong / chinesische Medizin / Kinesiologie / Reiki / Shiatsu / Lehre der Elemente / Tiere in der Kampfkunst. Innerhalb der Gruppierung sind bereits alle diese Inhalte durch verschiedene MeisterInnen vertreten.